Donnerstag, April 03, 2008

Seit Montag bin ich in Freiberg. Martin ist noch in Leipzig und kommt morgen nach, er hat ja leider keine Ferien mehr. Mal wieder länger allein hier zu sein nach ziemlich langer Zeit, ist etwas ganz Besonderes. Ich habe wirklich seit 1,5 Jahren nicht mehr in meinem eigenen Bett geschlafen, denn Martin und ich schlafen in Marias Zimmer, wenn wir hier sind, ihr Bett ist zu einem Doppelbett ausklappbar. Und sofort folgt man wieder alten Mustern. Es ist wie in den Ferien zu den alten Schulzeiten: die späten Abende verbringe ich surfend und ei-siek-juhend im Netz und nebenher läuft mein Fernseher, TV Total, MTV Nachtprogramm, etc. Und irgendwann purzel ich dann ins Bad und ins Bett, stelle die sleep-Funktion des Fernsehers an, damit er in 30Min von allein ausgeht und ich mich von MTV in den Schlaf senden lassen kann. Und das ist sooo angenehm. Es fehlt dann eigentlich nur der große warme Körper, der normalerweise nachts irgendwo in Reichweite liegt. Aber a) ist dieser mannlose Zustand ab morgen vorbei und b) habe ich ein T-Shirt von ihm, dass er mir ganz am Anfang unserer Beziehung mal gegeben hatte, als Nachthemd und darin schläft es sich wunderbar.

Leider bzw. Gott sei Dank sind meine Ferien am Montag auch vorbei. Gott sei Dank? Ja, denn 8 Wochen sind irgendwie echt zuviel. Auch wenn die erste Woche von einer Klausur und zwei weitere von den Nachwirkungen der Zahn-OP geprägt waren. Aber ich vermisse so manche Hallenser Anne und das regelmäßige Sehen anderer lieber Menschen. Außerdem fühlt man sich so...unterbeschäftigt vom Ferienalltag, bzw. unterfordert. Und mein Stundenplan steht auch schon und sieht ganz gut aus. Sowohl innerhalb meines Kernfaches Germanistik als auch bezüglich des Wahlbereiches habe ich alles bekommen, was ich mir im Vorfeld so ausgemalt hatte. Der Wahlbereich für kommendes Semester: KMW, für uncoole Nicht-Geisteswissenschaftler: Kommunikations- und Medienwissenschaften. Dieses Institut hatte 5 Wahlbereichsmodule angeboten, alle mit sehr hohem Zulauf und dass ich und auch zwei meiner Freundinnen angenommen wurden, ist schon verdammtes Glück. Denn für die 30 Plätze in diesem Modul (Medienwissenschaft und Buchwissenschaft) hatten sich etwa 150 Studenten beworben. Bin dementsprechend sehr zufrieden damit. Der komplette Stundenplan kommt demnächst.

Mittwoch, März 26, 2008

Salut, ca va?

Da bin ich also mal wieder. Diverse Dinge (mein Mund, kirchliche Feste) haben mich vom Schreiben abgehalten, aber das is eigentlich nur ne ganz miese kleine Ausrede, resultierend aus meiner momentan sehr blödheitsfördernden Lebensweise. Aber erstmal zur OP.
Das ganze hat incl. Einwirkzeit der sieben an pervers pieksenden Stellen gesetzten Spritzen zur örtlichen Betäubung genau eine Stunde gedauert. Der Arzt und eine Schwester haben an mir rumgedoktert, am Kiefer rumgeschliffen, die Zähne rausgehebelt, Blut abgesaugt, alles schick vernäht und dann wars auch schon vorbei. Und ich bin die 200m von der Praxis nach Hause gelaufen. Da warteten schon ein Martin und eine Menge Möglichkeiten zum Kühlen. Bis auf ein paar Blutungen lief der Tag dann recht ok. Bis ich dann ab etwa 22.00Uhr ne vierstündige Blutung hatte, die mich ins Krankenhaus und meinen Blutdruck unter 60 gebracht hat. Letzteres hat meistens einen Zusammenbruch zur Folge.
In der Leipziger Zahnklinik ist es nachts wirklich interessant. Paar wenige verpeilt-verpennte Ärzte und qietschmuntere Schwestern in einem sonst fast leeren Gebäude. Ich hatte übrigens Glück: wenn ich vorm letzten Jahreswechsel mit meinem Problem dort mitten in der Nacht aufgekreuzt wäre, hätte man mich wieder weggeschickt. Notfälle zwischen 1 und 7 Uhr werden erst seit 1.1.08 angenommen.
Die nächsten Tage wurde es nach und nach besser, keine Blutungen mehr. Ich konnte allmählich Suppe und Jogurts essen - etwas, was ich die nächsten zwei Wochen tun musste. Und zumindest Suppen kann ich nicht mehr sehen. Die Hamsterbäckchen bildeten sich erst in Woche zwei zu ihrer Formvollendung heraus. Ich sah aus, als hätte ich anstatt eines Kopfes einen Luftballon.
So. Und nun ist wieder fast alles gut, ein paar wenige Bewegungen funktionieren noch nicht ganz, aber das juckt mich weniger. Ich seh wieder aus wie ein Mensch und kann vor allem wieder alles essen und das hatte ich sehr vermisst.
Die ganzen zwei Wochen danach habe ich, wenn ich nicht in Freiberg übers Wochenende war, imgrunde vorm Fernseher verbracht. Das komplette Pro7- und VOX-Programm, egal ob vormittags oder nachmittags oder abends. Mal ein bisschen MTV und Dr. House, um auch mal andere Sender zu Wort kommen zu lassen und ZDF für gepflegte Wintersportunterhaltung. Ich hab in der Zeit so ziemlich alles gesehn. Eigentlich gibts vier Bücher, die ich über die Ferien erledigt haben wollte. Und ich bin beim ersten davon noch nicht mal bei der Hälfte - das Fernsehen hat mich echt verblödet, wird Zeit, dass wieder Uni ist.

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Annes aktuelle Playlist:
The Bates - Billie Jean
Neun Welten - verschiedenes
Feindflug - Stukas im Visier
Persephone - The man who swallowed my soul
Schandmaul - Verbotener Kuss
Adele - Chasing Pavements
Kate Nash - Pumpkin Soup
A fine frenzy - Almost Lover
Lily Allen - Oh my god



Dienstag, März 04, 2008

Letzte Woche war eine der besten Wochen, die eine Anne haben kann. Ich habe Menschen besucht, die ich zum Teil lange nicht gesehen hatte bzw. habe mich besuchen lassen. Sonntag (24.2.) war Förbitag. Wir haben uns nachmittags vor seiner Haustür in Leipzig getroffen und sind dann spazieren gegangen. Es war der bisher wärmste Tag des Jahres und die halbe Stadt war auf den Beinen oder saß in einem Park auf dem Allerwertesten. Wir sind durch den so ziemlich größten Park der Stadt Richtung Süden gelaufen und auf den Fockeberg...ja, man könnte schon fast "gewandert" sagen. Ich war dort bisher nur im Dunklen. Der Fockeberg ist etwa 150m über NN hoch und wurde aus Trümmerschutt aus dem zweiten Weltkrieg, vorwiegend Stahl und Beton, aufgeschüttet, worauf dann Erde gepappt wurde. Man kann die ganze Stadt von da sehen und sobald die ersten Sonnenstrahlen sich wärmend über Leipzig rauszugucken wagen, ist es da oben auch schon rammelvoll von lauter sonnenhungrigen Frisbeespielern und Picknickern. Und asozialen moskatotrinkenden Jugendlichen. Nachher waren wir bei Felix zu Hause, Pizza essen, Film gucken, Wein trinken.
Montag war ein Tag, an dem ich was getan habe, was ich sonst vermeide: mich mit Menschen, mit denen ich im Netz ins Gespräch gekommen bin, treffen. In diesem Fall hieß der Mensch Susann, ist 18 (fast 19) Jahre alt und wohl das femininste Mädel, das ich je kennen gelernt habe. Zumindest würde ich jemanden, der künstliche Wimpern als Alltagsmake-up bezeichnet, so beschreiben XD. Susann studiert KMW in Leipzig im ersten Semester. Sie ist ne sehr interessante Person und für ihre 18 Jahr schon recht verplant und organisiert und ich dachte schon, ich wäre schlimm. Dieses Jahr noch zieht sie mit ihrem Freund (Fotograf, 30 Jahre) nach Stuttgart, wird ihn dort heiraten und das erste Kind ist für kommendes Jahr geplant. Irre.
Dienstag war Bastiantag. Zwei Filme haben wir uns angesehen ("The Virgin Suicides", "Der WiXXer 2"), rumgefressen haben wir und Spaß hats auch gemacht.
Mittwoch bin ich mitm Zug nach Freiberg gedüst und hatte einen tollen Tag zu Hause mit meiner Familie, insbesondere mit meiner Schwester, mit der ich abends alle Frauenserien vorm TV abgeklappert habe.
Donnerstag habe ich mittags mit dem lieben André gekocht. Es gab den ultimativen Apfel-Quark-Gries-Auflauf nach einem Rezept meiner Oma. Den habe ich schon das zweite Mal in meinem Leben gezaubert und ich muss sagen - schmeckt wie bei Oma und der André fands auch lecker. Abends war ich dann das erste Mal in der Sauna am Dom. Dort ist es zwra teurer als im Johannisbad, aber auch größer, luxuriöser und das Getränke- und Nahrungsmittelangebot ist preiswerter. Und man muss vorher durch kein Schwimmbad laufen. Begleitet hat mich die liebe Christin :).
Und Freitag bis Sonntag waren wir (Martin, sein Bruder, unser Mitbewohner Manu, meine Schwester, Martins Mama, die Mädels aus dem Reitverein von Martins Mama und zum Teil deren Familien, ich) dann Sport machen! Dazu waren wir (das für mich dritte Jahr in Folge) im Sportzentrum Rabenberg in Südsachsen nahe der tschechischen Grenze. Martin, Maria und ich waren in einem Bungalow mit zwei Schlafzimmern, Wohnzimmer, Küche und Bad, der Rest hat größtenteils in Dreibettzimmern im Haupthaus gehaust. Das Essen war dort wie jedes Mal spitze und der Muskelkater im Nachhinein auch. Und wir sind jetzt natürlich alle voll sportlich und durchtrainiert, kein Gramm Fett verunstaltet unsere Luxuskörper. Oder so.

Und in 20min mach ich dann los...zum Zahnarzt, etwa 250m weiter von hier. Weil ich so gerne in einer einstündigen OP mit lokaler Betäubung alle Weisheitszähne rausgeschnitten haben möchte. Soooo gerne. Will ni.

Montag, Februar 25, 2008

Wenn ich ein Lied höre, sehe ich nicht den Künstler vor mir. Ich denke nicht an das CD-Cover und nicht an die schwächelnde Plattenindustrie. Ich denke nicht an Napster und erst recht nicht an Jamba. Ich denke daran, welche Aktivität mir zu dem Lied in den Kopf kommt.

Zu Norah Jones denke ich daran, des Nachts Straßenbahn zu fahren.

Zu The Prodigy fahre ich an einem bewölkten Tag mit dem Fahrrad schnell durch eine Stadt.

Zu den Beatles fahre ich in einem schwarzweiß-Videoclip Karussel.

Zu Kate Nash binde ich Blumenkränze.

Zu HIM starre ich die bläulich-orangene Flamme einer Stabkerze an.

Bei Nirvana denke ich an einen Strauß weiße Rosen für 2€ aus einer großen Supermarktkette.

Zu A fine Frenzy hüpfe ich an einem sonnigen, milden Frühlingstag in hellrosa leichter Bekleidung durch meine Wohnung, in der alle Fenster offen sind und bin ganz Mädchen.

Zu Mia. sitze ich an schwülen Tagen in Kornfeldern.

Zum Soundtrack von "Amélie" liege ich zum Sonnen auf einem Balkon und versaue mit meinen sonnencremigen Händen eine Zeitschrift mit Fettflecken.

Zu Annett Louisan warte ich nachts in einer Großstadt auf einen Bus und bin zu stark geschminkt.

Zu den Kaiser Chiefs trage ich eine graue abgenutzte Jeans.

Zu den Dresden Dolls kaufe ich rote Blumenvasen mit extravaganten Formen.


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viel zu spät in der Nacht bin noch wach
doch du siehst es nicht
bin zu bunt, viel zu grell, ich mach Krach
ich überzeichne mein Gesicht
es bringt in dieses Mädchen etwas Licht
aber mach dir keine Sorgen
denn du fehlst mir nicht
ich fühl mich unbeschwert
doch ich mach all diese Fehler
und finde überhaupt keinen den es stört

Mittwoch, Februar 13, 2008

Zuerst möchte ich mich für die lieben Gratulationen und Geschenke anlässlich meines 20jährigen Bestehens bedanken. Um mal geschenkemäßige Highlights zu nennen: die erste Staffel Desperate Housewives, zwei tolle Trinkkelche (beides von meinen Eltern), Absinth (Betti und Christin), selbstgebackene Kekse (Sandra), usw. Das vielleicht tollste Geschenk kam vom Manu, dem Erfüller aller Mädchenträume: erinnert ihr euch an den Beitrag, als ich von meinem Traum berichtet hab, in dem mir ausnahmslos alle zum Geburtstag Bier geschenkt haben? Nen ganzen Kasten Porter gabs vom Manu - vielen Dank noch mal :).

Der stressigste Teil des Semesters ist nun vorbei. Alle Prüfungen sind über- und hoffentlich auch bestanden, aber das müsste ich gepackt haben. Es fehlt nur noch eine Hausarbeit, die übermorgen abzugeben und dementsprechend auch fast komplett fertig ist. Diese Woche ist zudem mein Schwesterherz in Leipzig. Morgen machen wir die Innenstadt unsicher, bisher waren wir bis auf Supermarktgänge eher faul und haben uns auf TV-Konsum, PC spielen und ich eben auf meine Hausarbeit beschränkt. Heute Abend gibt es den ultimativen Mädels-TV-Abend mit meiner Schwester, Prosecco, Pralinen, den verzweifelten Hausfrauen, Grey's Anatomy und Private Practice. So lässt sich's leben!

Und morgen ist Valentinstag. Ja ja, eine schlimme kapitalistische Angelegenheit, alles Kommerz und alles böse. Aber wenn man ne kleine Anne ist, dann kann man das alles hervorragend übersehen und erfreut sich einfach nur an Romantik, viel roter Farbe überall und diversen Annehmlichkeiten an diesem Tag.
Früher habe ich den Valentinstag wirklich sehr romantisiert. Als ich ein kleines (keine Kommentare hierzu! *g*) Mädchen war, sagen wir mal Grundschule, habe ich jedes Jahr ziemlich viel am Valentinstag von Jungs aus meiner Klasse bekommen, z.T. anonym, z.T. unterschrieben. Die anderen Mädels aus meiner Klasse haben nie etwas bekommen, was mich immer etwas stutzig gemacht hatte, aber letztenendes habe ich mich innerlich ziemlich darüber amüsiert. Pünktlich zur 5. Klasse, mit dem Ende der Provinzgrundschulidylle, gabs nichts mehr - schnüff! Als meine Mädels und ich in Klasse 10 dann so 16 waren und von Männern weit und breit nichts zu sehen und an uns interessiert war, haben wir uns gegenseitig beschenkt. Süßes aber auch Frivoleres, Unterwäsche beispielsweise. Und seit der Martin in meinem Herz und Leben herumgeistert, ist der Valentinstag kürzer gekommen, als ich es früher von ner Beziehung erwartet hätte, aber so schlimm ist das nicht. Denn a) wird man ja erwachsener und stampft nicht gleich mit dem Fuß auf, wenn man nicht seinen Valentinstag bekommt und b) kann man ja selber dafür sorgen, indem man seinen Kerl zwingt, einem ein Crêpe-Frühstück zu zaubern und abends mit einem ins KIno zu gehen *muhahaha*.

Ich wünsche also allen einen liebe-vollen, erquicklichen Valentinstag voller Kitsch und Kommerz! Ich habe euch zum Großteil lieb und manche besonders und die dürfen sich eine imaginäre weiße Rose von mir auf den Schreibtisch stellen!

Freitag, Februar 01, 2008

Die Füße sind auch nur die Hände der Beine!

Irgendwie endet es nie gut, wenn ich einen meiner Männer dazu bringe, sich im Haushalt zu beteiligen. Okay, so richtig versuchen tu ich es ja auch nur beim Martin. Am Mittwoch nach der Uni hatte er den heiligen Auftrag des Klo- und Duscheputzens, was er gewissenhaft und sogar mit Klorix und anderen Putzmittelchen erledigt hat. Das Bad war rein, hat nach Hygiene geduftet und geglänzt. Abends geht Anne dann duschen. Steigt in die Duschwanne.

WAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAH auauauauauauauauauauauauaua!

Es ist etwas unangenehm, in eine Klorixlake zu steigen. Brennt gut, an den Fußsohlen. Und hört auch nicht so schnell damit auf. Ein Attentat! Martin tats natürlich leid. Die Vorstellung, wie ich langsam, an den Füßen angefangen, wegätze und immer kleiner werde und schließlich nicht mehr an die Dusche heranreichen kann, konnte er sich trotzdem nicht verkneifen. Letzten Endes wurde er dazu gezwungen, meine Füße einzucremen. Aufgrund mangelnder Fußcreme mit Handcreme. Denn die Füße sind auch nur die Hände der Beine.

Montag, Januar 28, 2008

Den Begriff der "Form" kann man alltagssprachlich und kunst- sowie literaturwissenschaftlich auffassen:

A Alltagssprachlich

1. Einheit von Form und Gegenstand der sinnlichen Wahrnehmung
1.1. Form als deskriptiver Begriff
1.1.1. Form als äußere Gestalt (Umriss und Konturen) eines Gegenstandes
1.1.2. Form als Verhältnis von Teilen und Ganzem (Maß)

1.2. Form als normativer Begriff
1.2.1. Form als Ideal einer vollkommenen, erstrebens- und erhaltenswerten Gestalt
1.2.2. Form als Ideal eines ausgeglichenen Verhältnisses zwischen Teilen und Ganzem (Idealmaß)

1.3 Form als körperliche und geistige Leistungsfähigkeit (Kondition)

2. Trennung von Form und Gegenstand der sinnlichen Wahrnehmung
2.1 Form als gestaltgebendes Gehäuse/Modell

3. Form als Ordnungskriterium und abstrakte Norm
3.1 Form als vereinheitlichte Erscheinungsweise einer Gruppe von Dingen
3.2 Form als eine an einer vorgegebenen Norm orientierte sprachliche Darstellungsweise
3.3.1. Form als übergreifende Norm menschlichen Verhaltens
3.3.2. Form als normenkonforme Verhaltensweise


K Kunst- und literaturwissenschaftlich

1. Einheit von Form und einzelnem Kunstwerk
1.1. Form als realisierte Einheit
1.1.1. Form als Gestalt
  • äußere Gestalt einer Plastik/eines Bauwerks
  • materielle Form (Format, Schrift- o. Druckbild) eines lit. o musikal. Werks
  • Darbietungsform eines musikal. Werks (Tempo, Art d. Instrumente)
  • Darbietungsform eines lit. Textes (Umfang, Gliederung, Prosa/Versform/Dialog/dramat. Form)
1.1.2. Form als Maß (Verhältnis von Teilen und Ganzem)
  • geometrische Verhältnisse/Proportion einer Plastik/Graphik
  • architektonische Gestaltung
  • Mikro- und Makrostrukturen in musikal. Werken
  • - - - in lit. Werken
1.2. Form als normatives Ideal eines vollendeten Kunstwerkes, das sich an simplen Grundformen oder traditionellen Mustern bedient
1.3. Form als physische und psychische Präsenz von Künstlern in aufführenden/darstellenden Künsten (Tanz, Oper, Schauspiel, Kabarett, etc.)

2. Trennung von Form und einzelnem Kunstwerk
2.1. Form als gestaltgebendes Modell von Plastiken und Bauten
2.2. Form als Schema musikal. Werke (Fuge, Sonate, etc.)
2.3. Form als Schema, Gattung, Muster lit. Texte

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Und nu nich blöd gucken, was das hier sollte. Das gehört u.a. zum Stoff der Klausur, die heute ansteht, und ist haargenau so auf einem Arbeitsblatt zu finden, das ich stupide und hoffnungsvoll, dass es sich so etwas einprägt, abgetippt habe. Eine der vielen Systematisierungen, die kein Mensch braucht. Übrigens das Produkt einer meiner Professoren, der mit solchen und ähnlichen Überlegungen schon ganze Monographien vollgeschrieben und veröffentlicht hat. Aber eines muss ich diesem Schema lassen: System hat es wirklich.

Donnerstag, Januar 24, 2008

Anne träumt wirr, aber lustig

Bei dem Quark, den ich letzte Nacht zusammengeträumt habe, hatte ich schon beim Träumen Bedenken, am nächsten Morgen gar nicht ausgeschlafen zu sein. Der Traum war formal gesehen ein klassischer Annetraum; einzelne längere Sequenzen ohne erkennbaren inneren Zusammenhang, woraus ich schließe, dass es sich um mehrere einzelne Träume handeln muss - der Mensch träumt nicht umsonst bis zu sieben Mal pro längere Schlafeinheit.

Teil 1. Anne hat Geburtstag (ich möchte hier auch dezent Verpeilos wie Chris daran erinnern). Soll ja passieren. Anne bekommt Geschenke, und zwar von jedem - egal ob Mama, Papa, Maria, Martin, Großeltern, Freunden - das gleiche. BIER, Unmengen an Bier und dann noch nicht mal Schwarzes. Helles, Weizen, nur kein Porter; Leute, ihr seid echt Deppen, sogar in meinen Träumen. Das Ende vom Lied war, dass ich ein ganzes Abstellzimmer voller Bierkisten hatte.

Teil 2. Ich komme an einem Freitag nach Freiberg nach Hause. Da erklärt mir meine Mutter, dass meine Schwester bis vor wenigen Tagen im 8. Monat schwanger war, aber das Kind verloren hat. Ich reagiere natürlich total geschockt, schon weil ich nicht mal eine Schwangerschaft seitens meiner 15-jährigen, bis zuletzt spindeldünnen Schwester bemerkt hatte. Und meine Mutter meint dazu nur: "Ach was, stell dich nicht so an, schließlich wäre da ja nicht ihr erstes Kind gewesen." Es stellte sich nämlich heraus, dass meine Schwester bereits einen Jungen ausgetragen hatte, der aber nicht bei meiner Familie aufwächst. Habe meine Mutter daraufhin gefragt, warum meine Schwester mit 15 werfen kann wie sie lustig ist, und meine Eltern hingegen gar nicht wollen, dass ich vorm 10. Semester damit anfange. DIe Antwort: "Deine Schwester ist so doof, die würde nie ne Ausbildung oder die Uni schaffen, deswegen kann sie das jetzt schon machen." Wie geil! Genau das hab ich mir auch beim Aufwachen gedacht. Schon deswegen verzeihe ich diesem Traum sämtliche Logikfehler.

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Eine Bitte hätte ich dann noch: nur weil ich normaler Weise ein frisch-fröhliches, hysterisch durch die Kante wuselndes Dingsbums bin, heißt das nicht, dass ich nicht auch mal nachdenkliche oder am Ende noch schlecht gelaunte Momente haben darf. Ich freue mich natürlich, wenn es Menschen interessiert, wie es mir geht, aber unabhängig drei Mitmenschen an einem Tag, die zu einem kommen, einem die symbolische Hand auf die Schulter legen und fragen, ob denn alles okay sei, sind mir zuviel XD.

Dienstag, Januar 22, 2008

Vom Schlamassel der Öffentlichkeit

Furchtbar. Da legt man sich quasi ein online Tagebuch an. Um seine Gedanken niederzuschreiben. Um sich selbst und der Welt das eigene Ich ein klein wenig zugänglicher zu machen. Vor allem sich selbst, denn wie oft versteht man sich selbst am aller wenigsten. Und dann kann man nicht mal alles, das gerne aus einem heraus geschrieben werden möchte, schreiben.
Kann ich denn von Zweifeln an mir eigentlich lieben Freunden, von sexuellen Wünschen/Problemen/Gedanken an sich, etc. berichten? Nein. Das verbieten mein Respekt vor mir, der zwischenmenschlichen Erotik, den anderen. Mal ganz davon abgesehen, dass kleine Schwestern und andere Monster hier gelegentlich hineinlesen.
Genau das sind aber die Dinge, mit denen sich mein Kopf zurzeit am meisten befasst. Dass da aber noch mehr ist, das folgt jetzt.


Uni is doof

Das, was ihr alle schon seit Beginn des ersten Semesters/Lehrjahrs wisst, weiß ich nun endlich auch: Uni is doof. Vielleicht nicht immer und nicht überall. Da wäre zum Beispiel der Kakao und das Nahrungsangebot allgemein in der Caféteria der Mensa Jahnallee: eine immense Auswahl an belegten Brötchen/Bagels/Baguettes/ganzen Ciabattabroten, verschiedener Kuchen, Müsli, Muffins, Süßem, Obst, frisch gepresstem O-Saft und vieles vieles mehr. Nicht doof sind auch: die Anne R., der Mario, die Susi und paar mehr.
Aber es gab so ein paar Dinge, die meine Kopfschmerzrate von null auf hundert Prozent getrieben haben in den letzten zwei Wochen ab Ferienende. Für ein Seminar müssen bis zur Klausur furchtbar viele Romane in meinem Kopf sein - was in erster Linie viel lesen bedeutet. Ich lese an sich gern und viel, aber ach, so auf Zwang und so schnell und mit Achten auf dies und jenes, das macht dann nicht mehr soviel Spaß. Nebenbei bemerkt waren das aber wirklich sehr lesenswerte Bücher und ich bin dem Dozenten dankbar, dass er sie mir nahegebracht hat:

"Jahrgang 1902" Ernst Glaeser
"Gilgi, eine von uns" sowie "Das kunstseidene Mädchen" von Irmgard Keun
"Schloss Gripsholm" Kurt Tucholsky
"Fabian" Erich Kästner

Weitere, die wir in dem Seminar behandelt haben (z.B. Döblins "Berlin Alexanderplatz" oder Jüngers "In Stahlgewittern" sind lesenswert, aber deswegen noch lange nicht gut in meinen Augen). Ach ja, Thema des Seminars: Prosa in der Zeit der Weimarer Republik. Wahnsinnszeit, Wahnsinnsprosa.

Außerdem ist, tadaaa, Klausurenzeit. Ich schreibe insgesamt 4 Stück, wobei eine, die 180min dauern soll, eigentlich zwei Fächer enthält. Die erste der vier (Französisch) habe ich bereits hinter mir, sicherlich bestanden, wenn auch diese Note nicht mit dem mithalten können wird, was ich aus meiner bisherigen Französisch-Karriere gewohnt bin. Nächste Woche Montag folgt Hermeneutik, Donnerstag die Klausur zu oben beschriebenem Seminar. Zur Montagsklausur haben wir gestern alle Aufgabenstellungen bekommen, da es unmöglich ist, in 90min tiefgehend und ausgiebig zu antworten. Daher wird natürlich auch eine mehr als nur intensive Befassung mit den Schwerpunkten und eine tiefschürfende, argumentativ einwandfreie Beantwortung erwartet, außerdem achte der Dozent nach eigener Aussage auf "literaturwissenschaftliches Bewusstsein, literaturwissenschaftliche Informiertheit". Heidewitzka!
Das Modul zu diesem Hermeneutikseminar umfasst außerdem eine Vorlesung zum Thema Literaturtheorie, aus der zusätzlich eine Frage (die wir ausnahmsweise mal nicht kennen) in die besagte Klausur gepackt wird und die mich etwas beunruhigt.
Bei der Donnerstagsklausur siehts ähnlich aus: eine Frage aus der Vorlesung "Einführung in die Geschichte der deutschsprachigen Literatur" (Barock bis Goethezeit *1), der Rest aus dem Weimarer-Republik-Prosa-Seminar. Die Klausur wird lustig, denn nur die nicht-Lehramtsstudenten aus diesem Seminar schreiben die Klausur. Wir sind zu fünft ^^.
Dann steht noch ne sehr unfertige Hausarbeit an und die Sprachwissenschafts-/Sprachgeschichts-180min-wir-ham-ja-sonst-nüscht-zu-tun-Klausur mit hohem auf-Hefter-starr-Aufwand.

*1: unser Literaturgeschichtsprofessor findet die Epochenaufteilung in Sturm&Drang (ca. 1770-1785), Weimarer Klassik (1786-1805) und Romantik (ca. 1800-1830) kurz gesagt blöd. Laut seinem Verständnis einer literarischen Epoche (welches er mit einigen anderen zu teilen scheint) erfüllen diese drei Begrifflichkeiten nicht die Merkmale, die Epochen voneinander trennen, weswegen sie allesamt Strömungen (und nicht mehr) einer einzigen Epoche seien: der Goethezeit (1770-1832, Goethes Tod).

Montag, Januar 07, 2008

Als ich 11, 12, 13 war, dachte ich, dass das Leben in 10 Jahren mit dem Leben jetzt sicherlich überhaupt nicht vergleichbar ist. Mit 20 und älter sind alle gutaussehend, verdienen automatisch Geld und sind unglaublich souverän in finanziellen und emotionalen Dingen.
Weit gefehlt, vieles ändert sich kein Stück! Wenn man an jemandem mehr als nur rein sexuell interessiert ist, läufts auf gewisse Weise immer noch wie in Zeiten der frühen Jugend. Man traut sich zu wenig und denkt zu viel. Scheuer Kontakt über Augen und Schrift, auch wenn aus den Zettelchen im Klassenzimmer Mails, PNs und ICQ geworden sind. Es wird nach wie vor mit den Freundinnen beratschlagt und gekichert, man wird von ihnen aufgezogen und sie freuen sich doch insgeheim für einen. Das Herzklopfen vor dem ersten Treffen ist auch nicht weniger als vor ein paar Jahren. Unterschied: das Resultat könnte etwas tiefergehend sein.