Mittwoch, Februar 23, 2011
Listenwahn II
Der Listenwahn ist nun auch bei Kaufland angekommen. Dort wird jetzt auf den Kassenbons nach Warengruppen sortiert (Obst/Gemüse, Fertiggerichte, Kaffee/Tee, Drogeriewaren, etc.); die Waren stehen also nicht mehr in der Reihenfolge auf dem Bon, in der sie über den Laser gezogen worden sind. Klingt eigentlich ganz gut und logisch. Aber die Umsetzung ... seht selbst:
Sonntag, Februar 20, 2011
Montag, Februar 07, 2011
Nadine
Nadine macht mich wahnsinnig.
Schon in der aller ersten Univeranstaltung des auslaufenden Semesters hat sie damit angefangen. "Herr Werle, ich verstehe Ihre Seminarkonzeption nicht, das ist doch alles nicht zielführend hier. Die Seminare, die ICH so kenne, laufen so ab: Diskussionspunkt 1 - Zusammenfassung, Diskussionspunkt 2 - Zusammenfassung, u.s.w.; und so möcht ich das auch gerne wieder haben." Herr Werle war darauf so perplex, dass er nach dem Seminar sein Fahrrad nicht gefunden hat. In der darauf folgenden Woche hatte er sich dann gesammelt, und erklärte, dass wir hier uns ja nun im Masterstudium befinden, wo der Dozent nicht mehr den ganzen Tag damit beschäftigt sein muss nachzusehen, ob alle Schäfchen auch noch geistig an Bord seien und ihre Hausaufgäbelchen machen. Nadinchen hat praktischer Weise darauf hin für den Rest des Semesters ihren Schnabel gehalten. Wieviel Unreife und Fremddenkverlangen, wieviel Dreistigkeit passen in einen einzigen Studenten?
Aber heute hat Nadine wieder zugeschlagen.
Sie hat einen in der Tat bestehenden Fehler in den Prüfungsmodalitäten angeprangert, in einer Mail, die "Leiser Widerspruch [...]" heißt und Phrasen wie "Grenze des Zumutbaren", "wir haben ganz schön viel geschluckt" und "April-April-Situation" enthält, sich dabei aber immer als "sachlicher Austausch von Fakten" verstehen will. Diese Mail, deren Ausgangspunkt durchaus Berechtigung hat, ist sowohl ein Witz als auch eine Frechheit. Zum Einen ist sie eine totale Überreaktion und zum Anderen: Liebe Nadine, ich kenne mindestens drei Studentinnen in deinem Studiengang, die dreitausendmal mehr den Grund dazu hätten, ihr Institut mit ihren Wutbürgertränchen zu überfluten. Das sind Anne, Susi und ich; wir drei waren sowohl im Bachelor- als auch im Masterstudium der allerallererste Germanistikjahrgang und dir würden die Ohren schlackern, wenn du wüsstest, was bei uns alles schief gegangen ist, was bei dir im zweiten Versuch dieser Studiengänge dann funktioniert hat. Mit ein paar sachlichen (!), persönlichen Worten an die Zuständigen (oder mit einem freundlichen Besuch im Dekanat) haben wir bisher immer alles zum positiven wenden können, da braucht es keine weinerliche Gruppenmobilisierung.
[Ja, all das hätte ich Nadinchen auch per Mail schreiben können; am allerliebsten so, dass im Absender alle ca. 40 Masterstudenten des Instituts sie erhalten hätten, so wie sie auch alle Nadines Mail erhalten haben. Da ich das morgen früh aber sicherlich wieder rückgängig machen wollen würde, entscheide ich mich für einen semi-anonymen Jammernervtext, um meine momentane Aggressivität volksverträglich loszuwerden.]
Schon in der aller ersten Univeranstaltung des auslaufenden Semesters hat sie damit angefangen. "Herr Werle, ich verstehe Ihre Seminarkonzeption nicht, das ist doch alles nicht zielführend hier. Die Seminare, die ICH so kenne, laufen so ab: Diskussionspunkt 1 - Zusammenfassung, Diskussionspunkt 2 - Zusammenfassung, u.s.w.; und so möcht ich das auch gerne wieder haben." Herr Werle war darauf so perplex, dass er nach dem Seminar sein Fahrrad nicht gefunden hat. In der darauf folgenden Woche hatte er sich dann gesammelt, und erklärte, dass wir hier uns ja nun im Masterstudium befinden, wo der Dozent nicht mehr den ganzen Tag damit beschäftigt sein muss nachzusehen, ob alle Schäfchen auch noch geistig an Bord seien und ihre Hausaufgäbelchen machen. Nadinchen hat praktischer Weise darauf hin für den Rest des Semesters ihren Schnabel gehalten. Wieviel Unreife und Fremddenkverlangen, wieviel Dreistigkeit passen in einen einzigen Studenten?
Aber heute hat Nadine wieder zugeschlagen.
Sie hat einen in der Tat bestehenden Fehler in den Prüfungsmodalitäten angeprangert, in einer Mail, die "Leiser Widerspruch [...]" heißt und Phrasen wie "Grenze des Zumutbaren", "wir haben ganz schön viel geschluckt" und "April-April-Situation" enthält, sich dabei aber immer als "sachlicher Austausch von Fakten" verstehen will. Diese Mail, deren Ausgangspunkt durchaus Berechtigung hat, ist sowohl ein Witz als auch eine Frechheit. Zum Einen ist sie eine totale Überreaktion und zum Anderen: Liebe Nadine, ich kenne mindestens drei Studentinnen in deinem Studiengang, die dreitausendmal mehr den Grund dazu hätten, ihr Institut mit ihren Wutbürgertränchen zu überfluten. Das sind Anne, Susi und ich; wir drei waren sowohl im Bachelor- als auch im Masterstudium der allerallererste Germanistikjahrgang und dir würden die Ohren schlackern, wenn du wüsstest, was bei uns alles schief gegangen ist, was bei dir im zweiten Versuch dieser Studiengänge dann funktioniert hat. Mit ein paar sachlichen (!), persönlichen Worten an die Zuständigen (oder mit einem freundlichen Besuch im Dekanat) haben wir bisher immer alles zum positiven wenden können, da braucht es keine weinerliche Gruppenmobilisierung.
[Ja, all das hätte ich Nadinchen auch per Mail schreiben können; am allerliebsten so, dass im Absender alle ca. 40 Masterstudenten des Instituts sie erhalten hätten, so wie sie auch alle Nadines Mail erhalten haben. Da ich das morgen früh aber sicherlich wieder rückgängig machen wollen würde, entscheide ich mich für einen semi-anonymen Jammernervtext, um meine momentane Aggressivität volksverträglich loszuwerden.]
Listenwahn I
Dass ich dem Listenwahn, der derzeit auf benachbarten Blogs herrscht, schon seit Jahren verfallen bin, kann man regelmäßig in meinen Top?-Lieblingssongs/büchern/filmen/jogurtsorten/fußballspielern nachlesen. Ich habe sogar mal, aber das darf man eigentlich nicht so laut schreiben, meinen Kleiderschrank zu katalogisieren begonnen. Dieses Unterfangen scheiterte aber an der Dynamik meiner Kleiderordnung. Es kommen immer mal Dinge hinzu und mindestens genau so schnell fliegen andere Teile wieder heraus - sei es in den Kleiderschrank meiner Schwester, in den Kleiderkreisel oder in die Kleiderspende.
Heute Vormittag habe ich nun eine Liste begonnen, die ich mir schon sehr lange vorgenommen hatte: eine Bücherliste. Auf einer Excel-Tabelle erfasse ich alphabetisch alles, was an Romanen, Erzählbänden, bürgerlichen Trauerspielen, Versepen, Sach- und Fachbüchern, Reiseführern, Kunstbänden, Lyrik, etc. hier so herumliegt. Bei dieser Gelegenheit sind auch gleich ein paar Dinge aus dem Regal rausgeflogen, die entweder booklooker oder der Schlund der Papiertonne aufnehmen sollen. Dabei ist mir aufgefallen, dass ich einige wirklich schöne Bücher aus Randsparten habe, die ich immer wieder vergesse, wenn ich über mein Bücherregal nachdenke, weil es eben keine Frisch-Erzählungen und auch keine Mann-Romane sind. Da wären nämlich einige tolle Kinder- und Jugendbücher, zum Beispiel aus der Zauberer der Smaragdenstadt-Reihe von Alexander Wolkow, Sophiechen und der Riese von Roald Dahl oder auch Der gelbe Vogel von Myron Levoy. Märchensammlungen aus Norwegen, Russland und anderen Nationen befinden sich ebenfalls darunter sowie zwei, drei wirklich schöne, wenn auch halb zerfallene antike Stücke (eine alte Bibel, ein Zola von 1909 und ein sehr alter Larousse). Die Liste ist übrigens noch lange nicht vollständig ... der Schrank sieht übersichtlicher aus, als er tatsächlich ist. Andererseits hab ich mich dennoch gewundert, wie viele Bücher, die ich bisher so gelesen habe, ich nicht besitze.
*****
Mein Soundtrack des Tages
1. Renan Luce - Les voisines
2. Renan Luce - La lettre
3. Sigur Rós - Mílanó
4. Sigur Rós - Andvari
Meine nächsten Lesepläne
1. Diane Broeckhoven - Ein Tag mit Herrn Jules
2. Daniel Kehlmann - Die Vermessung der Welt (aus Unigründen zum hundertsten Male wiedergelesen)
3. Clemens Meyer - Gewalten
4. Peer Meter / Barbara Yelin - Gift (graphic novel)
Heute Vormittag habe ich nun eine Liste begonnen, die ich mir schon sehr lange vorgenommen hatte: eine Bücherliste. Auf einer Excel-Tabelle erfasse ich alphabetisch alles, was an Romanen, Erzählbänden, bürgerlichen Trauerspielen, Versepen, Sach- und Fachbüchern, Reiseführern, Kunstbänden, Lyrik, etc. hier so herumliegt. Bei dieser Gelegenheit sind auch gleich ein paar Dinge aus dem Regal rausgeflogen, die entweder booklooker oder der Schlund der Papiertonne aufnehmen sollen. Dabei ist mir aufgefallen, dass ich einige wirklich schöne Bücher aus Randsparten habe, die ich immer wieder vergesse, wenn ich über mein Bücherregal nachdenke, weil es eben keine Frisch-Erzählungen und auch keine Mann-Romane sind. Da wären nämlich einige tolle Kinder- und Jugendbücher, zum Beispiel aus der Zauberer der Smaragdenstadt-Reihe von Alexander Wolkow, Sophiechen und der Riese von Roald Dahl oder auch Der gelbe Vogel von Myron Levoy. Märchensammlungen aus Norwegen, Russland und anderen Nationen befinden sich ebenfalls darunter sowie zwei, drei wirklich schöne, wenn auch halb zerfallene antike Stücke (eine alte Bibel, ein Zola von 1909 und ein sehr alter Larousse). Die Liste ist übrigens noch lange nicht vollständig ... der Schrank sieht übersichtlicher aus, als er tatsächlich ist. Andererseits hab ich mich dennoch gewundert, wie viele Bücher, die ich bisher so gelesen habe, ich nicht besitze.
*****
Mein Soundtrack des Tages
1. Renan Luce - Les voisines
2. Renan Luce - La lettre
3. Sigur Rós - Mílanó
4. Sigur Rós - Andvari
Meine nächsten Lesepläne
1. Diane Broeckhoven - Ein Tag mit Herrn Jules
2. Daniel Kehlmann - Die Vermessung der Welt (aus Unigründen zum hundertsten Male wiedergelesen)
3. Clemens Meyer - Gewalten
4. Peer Meter / Barbara Yelin - Gift (graphic novel)
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