Dienstag, Dezember 23, 2014

Türchen 23 - Einmal werden wir noch wach!

Morgen, Kinder, wirds was geben!
Morgen werden wir uns freun!
Welche Wonne, welches Leben
Wird in unserm Hause seyn;
Einmal werden wir noch wach,
Heysa, dann ist Weihnachtstag!

Wie wird dann die Stube glänzen
Von der großen Lichterzahl!
Schöner, als bey frohen Tänzen
Ein geputzter Kronensaal.
Wißt ihr noch, wie vor’ges Jahr
Es am heil’gen Abend war

Montag, Dezember 22, 2014

Türchen 22 - Heimat

Auf dem Freiberger Weihnachtsmarkt


Sonntag, Dezember 21, 2014

Türchen 21 - 4. Advent

Advent, Advent,
ein Lichtlein brennt.
Erst ein, dann zwei,
dann drei, dann vier,
dann steht das Christkind vor der Tür.

Samstag, Dezember 20, 2014

Donnerstag, Dezember 18, 2014

Türchen 18 - Leuchte, leuchte!

Der Kronleuchter in der Erfurter Staatskanzlei


Dienstag, Dezember 16, 2014

Türchen 16 - Filmprogramm für die Adventszeit

Es gibt ein paar Filme, die für mich zur Adventszeit einfach dazu gehören:
  • Tatsächlich ... Liebe (2003)
  • Die Feuerzangenbowle (1944)
  • Nightmare before Christmas (1993)
  • Der Herr der Ringe-Trilogie (2001-2003)
  • Drei Haselnüsse für Aschenbrödel (1973)
  • Kevin allein zu Haus / allein in New York (1990/92)

Montag, Dezember 15, 2014

Türchen 15 - Weimar

Auf dem Weimarer Weihnachtsmarkt - hier kann man Goethe und Schiller schwindlig eislaufen, Feuerzangenbowle schlürfen und Seniorenchören beim Trällern lauschen.



Samstag, Dezember 13, 2014

Türchen 13 - Lyrisches

Altes Kaminstück

Draußen ziehen weiße Flocken
Durch die Nacht, der Sturm ist laut;
Hier im Stübchen ist es trocken,
Warm und einsam, stillvertraut.

Sinnend sitz ich auf dem Sessel,
An dem knisternden Kamin,
Kochend summt der Wasserkessel
Längst verklungne Melodien.

Und ein Kätzchen sitzt daneben,
Wärmt die Pfötchen an der Glut;
Und die Flammen schweben, weben,
Wundersam wird mir zu Mut

Heinrich Heine (1797-1856)

Mittwoch, Dezember 10, 2014

Türchen 10 - Meine Hood

Hier ein paar interessante, ganz unweihnachtliche Fakten zu dem Erfurter Stadtteil, den ich seit knapp sechs Monaten meine Heimat nenne - die Andreasvorstadt:
  • Die meisten Gebäude sind Gründerzeitaltbauten, teils mit sehr aufwändigen Verzierungen und Giebeln, und wurden zwischen 1880 und 1910 errichtet - Leipzig-Style.
  • Mit Universität und Uniklinikum sind im Norden des Viertels zwei der wichtigsten Arbeitgeber der Stadt angesiedelt.
  • Das Gutenberg-Gymnasium, das im April 2002 zu trauriger Berühmtheit gelangte, befindet sich ebenfalls hier.
  • Die Andreasvorstadt ist ein vergleichsweise junger Stadtteil mit zunehmend studentischer Prägung.

Montag, Dezember 08, 2014

Türchen 8 - Was man in Erfurt so machen kann: natürlich auf den Weihnachtsmarkt gehen

Der Erfurter Weihnachtsmarkt zählt bundesweit zu den zehn schönsten, zumindest taucht er in entsprechenden Rankings von überregionalen Tageszeitungen immer wieder weit oben auf. Und tatsächlich - mit der Kulisse von Dom und St. Severi macht dieser Markt schon ganz schön was her.

Weihnachtsmarkt, Dom und St. Severi vom Petersberg aus

Die Buden und Stände sind natürlich die gleichen wie anderswo, auch wenn das Speisenangebot mir überdurchschnittlich groß vorkam und wirklich alles, was ich bisher gegessen habe, wirklich gut geschmeckt hat. Leider aber hat Feuerzangenbowle hier anscheinend nicht so ein Standing wie in Leipzig.


Neben dem großen Weihnachtsmarkt auf dem Dom gibt es noch einen kleinen, feinen mittelalterlichen Markt auf dem Wenigemarkt, und überall in der Stadt verteilt noch ein paar Budenansammlungen, z. B. auf dem Fischmarkt, am Anger, am Bahnhof oder am Augustiner und der Schlösserbrücke.

Samstag, Dezember 06, 2014

Türchen 6 - The Voice

Einen wunderschönen Nikolaustag euch allen!


Freitag, Dezember 05, 2014

Türchen 5 - Filmtipp

(Quelle)
Nick Cave zählt schon sehr lange zu den Künstlern, die mich am meisten berühren und inspirieren. Als ich dann las, dass eine Dokumentation über ihn im Programmkino meines Vertrauens laufen sollte, markierte ich mir den Termin knallrot im Kalender. 

20.000 Days on Earth ist eine inszenierte Doku und zeigt 24 fiktionale Stunden am 20000. Tag im Leben des Musikers. Sie ist gespickt mit vielen ehrlichen Gesprächen, alten und neuen Aufnahmen, wundervollen und langen Livemusikpassagen. Man liebt den Protagonisten von Minute zu Minute mehr. Und stellt fest - urkomisch ist der Mann ja auch noch. Auf dem Sundance Film Festival gab es zwei Preise für die Doku (Regie, Schnitt). Nicht nur für Fans unbedingt empfehlenswert!


Donnerstag, Dezember 04, 2014

Türchen 4 - Schnee in Erfurt


Es ist nicht viel, aber er knirscht wunderbar unter den Schuhsohlen und man kann tolle Schneebälle daraus formen! Mehr als ein, zwei Tage wird er uns aber nicht beglücken.

Edit: Damit habe ich es sogar auf die Internetseite der Thüringer Allgemeinen geschafft :D

 

Mittwoch, Dezember 03, 2014

Türchen 3 - Wuaah

Was Weihnachtliches zum Gruseln:


Dienstag, Dezember 02, 2014

Türchen 2 - Ich grille!


Auf dem Erfurter Weihnachtsmarkt. Auch ich kann das Deppenapostroph!

Montag, Dezember 01, 2014

Blog-Weihnachtskalender: Türchen 1 - Filmtipp

Wie in jedem Jahr gibt es auch 2014 einen kleinen, feinen Blog-Weihnachtskalender. Sonst habe ich z. B. einen bebilderten oder musikalischen Kalender gemacht, dieses Jahr wird es einen bunten Mischmasch geben. Wir beginnen mit einem Filmtipp!

(Quelle)
Zugegeben, der Western The Salvation (2014) ist wenig besinnlich. Man lernt über die intensive, für das Genre fast minimalistische Handlung eigentlich nur zwei Figuren kennen, die nicht das Zeitliche segnen. Die meisten anderen werden von Blei durchlöchert. Wer westernaffin ist, wird hier aber seine helle Freude haben! Die dänisch-britische Produktion ist derart dicht erzählt, dass die rund 90 Minuten wie eine halbe Stunde erscheinen. Außerdem ist der Film wirklich gut und international besetzt (Mads Mikkelsen, Eva Green, Ex-Fußballprofi Eric Cantona!). In diesem Film ist keine Szene überflüssig. Es gibt kein emotionales Geseier und keinen Romantikscheiß, denn hier geht es um Essentielleres. 

Ein Hinweis an alle Grey's Anatomy-Fans: Erinnert ihr euch an den Obersympathen Denny Duquette, der uns in Staffel 2 als letztlich sterbender Herztransplantationspatient zehn Episoden lang ans Herz wuchs, um dann In Staffel 5 als Hirntumorhalluzination von Izzie noch mal aufzutauchen? Haargenau dieser Schauspieler (Jeffrey Dean Morgan) spielt hier den raffgierigen und sadistischen Oberbösewicht (auf dem Filmplakat links).

Freitag, November 28, 2014

Die Top 5 Suchbegriffe ...

... die in dieser Woche auf meinen Blog führten:
  1. Alfred Kubin kleine Menschen
  2. Lindenauer Hafen
  3. Zuschauerraum ist
  4. hippe Getränke
  5. Max Frisch jung
Nummer 2 und 4 sind ja Klassiker unter den Suchbegriffen der letzten Jahre. Nummer 3 verwirrt mich etwas, Nummer 1 ist irgendwie löblich und Nummer 5 durchaus interessant.

***

Leute, Leute ... ich habe mit Schrecken bemerkt, dass ich die Berichte zum Rheinradweg gar nicht beendet habe - die Schlussetappe Worms/Mainz sowie der finale Tag in Mainz habe ich der Menschheit vorenthalten. Ebenso wie das Biertagebuch von diesem Urlaub, das bisher nur bei Bier in Leipzig erschienen ist! Fatal, fatal! Anfang des kommenden Jahres werde ich das ändern. Und diesmal wirklich.

Dienstag, November 25, 2014

Fünfunddreißig Mal werden wir noch wach ...

Heute eröffnen in Mitteldeutschland viele Weihnachtsmärkte, unter anderem die in Leipzig, Erfurt und Weimar. Wer mich kennt, der weiß, dass dies der Startschuss für 'meine' Jahreszeit ist. Ich bin kein übermäßiger Fan von überfüllten Weihnachtsmärkten, Fress- und Saufbudenkolonnen oder Zuckerwatte in den Haaren. Nein, das wirklich nicht. Aber der geringste Zimthauch, das Klappern meiner Weihnachtspyramide aus dem Erzgebirge oder eine Rot-Gold-Farbkombi, aus dem Augenwinkel erspäht, reichen aus, um mich in kolossale Weihnachtsstimmung zu versetzen.


Ich LIEBE Weihnachten. Ich liebe es zu schenken - mir Geschenke zu überlegen, spontan in einem Geschäft ein ideales Geschenk zu finden (egal, zu welcher Jahreszeit), ich liebe es zu basteln, hübsch zu verpacken, zu verzieren. Ich liebe es, dass das Wohnzimmer meiner Eltern im Dezember einem erzgebirgischen Heimatmuseum gleicht. Ich liebe gemütliche Plätzchenbackabende bei Glühwein und Räucherkerzen daheim. Ich liebe die Rundumweihnachtsgemütlichkeit. Dieses Marzipankartoffelige. Nicht einmal das Arbeiten in einer Buchhandlung zum Weihnachtsgeschäft im letzten Jahr konnte mir das austreiben. 


Ich weiß, dass viele von dieser Zeit genervt sind. Wenn sie an Weihnachten denken, sehen sie nur überfüllte Kaufhäuser vor ihrem inneren Auge und Weihnachtsmäkrte, die von langsam gehenden Menschen mit Kinderwagen verstopft sind. Panik steigt bei ihnen auf, wenn sie nur eine Nanosekunde von "Last Christmas" hören. Das alles kann man vermeiden (indem man die Weihnachtsgeschenke vor Ende November beisammen hat und sich auf MDR Info beschränkt), und dann wird man auch die gemütlichen Seiten der Adventszeit schätzen lernen. Ganz bestimmt!

p.s.: Das ist Blogeintrag No. 600! :)

Dienstag, November 18, 2014

Die Top 5 Suchbegriffe ...

... die in dieser Woche auf meinen Blog führten:
  1. Michael Masanetz
  2. Daniel Kehlmann Werk 1913
  3. The Road
  4. Trondheim
  5. Johannapark Pavillon Leipzig
Michael Masanetz ist ein ehemaliger Dozent von mir, der sehr gefürchtet war. Über ihn gab es viele Gerüchte, die durch seinen stetig sich verschlechternden Gesundheitszustand immer weiter verstärkt wurden. Ich sehe das auch daran, wie konstant er seit acht Jahren gegoogelt wird und diese Suche auf diesen Blog führt. 

Gerade zu Studenten der ersten Semester war er sehr schroff. Als ich ihm dann Ende des Bachelorstudiums in einem Seminar wieder begegnet bin, hatte sich das geändert. Ich begriff, dass es so eine Art Selektionsmechanismus war, mit dem er jene Studienanfänger, die Germanistik ausgewählt haben "weil sie schon immer gern gelesen haben", in die Schranken weisen wollte. Sobald dann ersichtlich war, dass man es ernst meinte und auch durchziehen will, behandelte er einen mit Respekt und aus der Angst der Studenten vor dem Dozenten wurde eine konstruktive und gute Zusammenarbeit. Ich habe ihn zumindest sehr schätzen gelernt. Ich weiß gar nicht, ob er noch arbeitet und was seine Gesundheit macht - weiß es jemand von den Michael Masanetz-Googlern?

Freitag, November 07, 2014

Filmrückschau

Gone Girl (2014) ... Dieser Thriller ist sehr gehypt worden. Das liegt auch daran, dass die Romanvorlage der jungen Autorin Gillian Flynn sehr gehypt worden ist. Als ich noch bei Thalia arbeitete, war es mal Buch des Monats - das vielleicht bestverkaufte Buch des Monats, das wir je hatten. Und auch das mit dem besten Kundenfeedback. 
Quelle
Das alles hätte, eigentlich, eher gegen das Sehen dieses Films gesprochen. Doch dann machte sich der Regisseur David Fincher daran, diesen Stoff filmisch unzusetzen. Für den Soundtrack waren Trent Reznor (Nine Inch Nails) und Atticus Ross vorgesehen. Das vesprach dann doch einiges.
Und der Film enttäuscht nicht! Das ist ein wirklich großartig gemachter Thriller. Die Handlung macht hier und da ein paar merkwürdige Schlenker, aber das ist der literarischen Vorlage anzukreiden. Hier und da erklären die Figuren ihre Motive etwas zu genau für meinen Geschmack, was es manchmal etwas vorhersehbarer als nötig machte. Insgesamt hätte es dem Film gut zu Gesicht gestanden, wenn alles etwas vager geblieben wäre. Aber das ist Jammern auf hohem Niveau.


A Most Wanted Man (2014) ... ebenfalls eine Thriller-Verfilmung (Buchvorlage von John le Carré). Im Grunde ist das nicht mein Genre. Dieser Film aber ist der letzte, den Philip Seymour Hoffman abgedreht hat (es gibt noch welche, z. B. die Forsetzung zu "Die Tribute von Panem", die zu seinem Tod noch nicht abgedreht waren - die müssen sich also was einfallen lassen). Deswegen wollte ich ihn unbedingt sehen.

Quelle

Es handelt sich um einen Spionage-Thriller, wie er im Buche steht. Der Zuschauer weiß niemals alles, und wird mehr als einmal ziemlich überrascht. Die "Guten" - das sind Ph. S. Hoffman alias der Hamburger kriminalist Günther Bachmann und sein Team (u. a. Nina Hoss, Daniel Brühl) - sind niemals eindeutig als gut zu benennen. Viele brandaktuelle Themen (Terrorismus, der Tschetschenien-Konflikt, ... ) werden hier umgesetzt. Regisseur des Films ist übrigens Anton Corbijn, den ihr sicherlich in erster Linie als Regisseur von Musikvideos kennt ("Heart-Shaped Box" von Nirvana, so gut wie alles von Depeche Mode, "Mensch" und weitere Videos für Herbert Grönemeyer, u.v.m.).


Quelle
Die Wand (2012) ... Das ist ein beklemmender, verstörender und sensationell guter Film. Eine One-Woman-Show mit Martina Gedeck, was sowieso nie verkehrt sein kann. Gedeck spielt eine Frau - ihren Namen erfährt man nicht - die mit einem befreundeten Paar auf eine Jagdhütte in den österreichischen Alpen fährt. Das Paar verlässt die Hütte, um Erledigungen im nahen Dorf zu machen. Doch sie kommen nicht wieder. Die Frau will am nächsten Tag ist Dorf laufen, um sie zu suchen. Doch auf halben Weg dahin läuft sie buchstäblich gegen eine Wand. Eine unsichtbare, undurchdringliche Glocke scheint sich über ein weitläufiges Areal um die Jagdhütte gelegt zu haben. Eine vielleicht niemales endende Zeit der Einsamkeit, des Überlebenskampfes, aber auch der Einheit mit der Natur und den Tieren beginnt für die Frau.


Dienstag, Oktober 28, 2014

Mein Soundtrack für den Herbst

Wenn man sich meine Herbstmusique so anschaut, könnte man meinen, ich bräuchte psychologische Hilfe oder anderweitige Unterstützung. Doch keine Sorge - ich passe meine Musiklaunen nur gern der Laune des Wetters an ;)

Unübertroffen an kuschelgrauen Herbsttagen ist Damien Rice. Am besten eignet sich da das Stück "The Blower's Daughter", das manche von euch vielleicht aus dem Soundtrack von Hautnah (2004, mit Jude Law, Clive Owen, Natalie Portman, Julia Roberts) kennen. Das Video treibt die herbstliche Melancholie schließlich in seiner Farbgebung auf die Spitze.


Yann Tiersen ist ja auch so ein Großer der emotionsgeladenen Musik. Der Titelsong seines 2010 erschienenen Albums Dust Lane kommt da regelrecht nüchtern rüber. Man beachte das äußerst herbstlich gehaltene Albumcover.


Iiiich mochte Adele ja schon als sie noch keiner kannte. Na, ganz so stimmt das auch nicht. Aber ihre erste in Kontinentaleuropa erschienene Single "Chasing Pavements" habe ich damals, also im Winter 2008, mehr als wohlwollend wahrgenommen. Melancholisch und ein Clip voller Herbst!

Samstag, Oktober 25, 2014

Die Top 5 Suchbegriffe ...

... die in der vergangenen Woche auf meinen Blog führten:
  1. Weinschorle
  2. Oktoberfest Erfurt
  3. Der Schaum der Tage Film
  4. Aralsee
  5. Gatsby Wohnungsbau in Leipzig  
edit 26.10: Ha, heute kommen noch die Silikonschneidebretter dazu! ;)

Mittwoch, Oktober 22, 2014

Was man in Erfurt so machen kann: ins Theater gehen

Erfurt hat kein eigenes Theaterensemble mehr. Es gibt hier ein neues Opernhaus (das aber Theater genannt wird), in dem Konzerte, Operetten, Musicals und anderes Musiktheater aufgeführt werden und wo immer mal Gastspiele von den Sprechtheatern anderer Bühnen stattfinden. Vor allem das Deutsche Nationaltheater Weimar lässt sich - schon aufgrund der geografischen Nähe - öfter mal blicken.


Und so kam es, dass ich Mitte Oktober in den Genuss kam, Goethes Faust in einer Inszenierung von Hasko Weber des Deutschen Nationaltheaters Weimar zu sehen. Gleichzeitig ein schöner Anlass, um das Erfurter Theater endlich mal zu besuchen. Der moderne Glas-und-Stahl-Bau wurde 2003 erbaut und befindet sich zwischen Domberg und Petersberg, also sehr zentrumsnah. Der Bühnen- und Zuschauerraum ist wie eine große schwarze Kapsel konstruiert, um den herum der Rest des Baus errichtet wurde. Die Sitzreihen sind so steil angeordnet, dass ,an wirklich von jedem Sitz hervorragend sehen kann.


Leider war das Stück weitestgehender Klamauk. Ein platter Gag jagte den nächsten. Viele der Nebenrollendarsteller erinnerten mich in ihrem Spiel an Jugendtheater. Gute Szenen waren rar, richtig gut gespielt haben für mein Empfinden eigentlich nur der Mephisto- und der Faust-Darsteller. Na, immerhin. Für eine Premiere war außerdem überraschend wenig los. Trotzdem würde ich nicht von einem schlechten oder vergeudeten Abend sprechen.


Frühere Spielstätten für Theater und Oper in Erfurt sind das alte Schauspielhaus in der südlichen Altstadt und die alte Oper, nur wenige Fußwegminuten von der neuen Oper entfernt. Das alte Schauspielhaus wurde mit der Eröffnung der neuen Oper geschlossen. Die alte Oper war von 1997 bis 2004 aufgrund von Baumängeln geschlossen, seitdem finden hier vor allem Kabarett, Revue- und Musicalvorstellungen statt.


Samstag, Oktober 18, 2014

Was man in Erfurt so machen kann: zur Herbstlese gehen

Die Erfurter Herbstlese ist ein Literaturfestival, das jedes Jahr im - Überraschung - Herbst in der Thüringer Landeshauptstadt stattfindet. Von September bis Dezember finden fast täglich an verschiedenen Orten (in Cafés, in den Stadtwerken, im Theater, in Buchhandlungen, ...) Lesungen mit bekannten und weniger bekannten Autoren statt. Martin Walser kann man sich ebenso anhören wie Poetry Slam, man kann zu Katja Petrowskaja gehen oder auch zu Birgit Schrowange. Und natürlich sind die Krimis und Thriller stark präsent.

(Quelle)

Die in jedem Jahr beliebteste Veranstaltung ist jene mit Literaturkritiker Denis Scheck. Am Ende einer jeden Herbstlese nimmt er in einer großen Live-Veranstaltung das Bücherprogramm des aktuellen Jahres auseinander. Die Karten hierfür sind stets zuerst ausverkauft. Ob ich mir für 14 Euro einen dauerquasselnden Denis Scheck zwei Stunden lang anhören wollte, weiß ich nicht so recht. Generell kosten die Karten für die Herbstlese-Veranstaltungen verhältnismäßig viel, wenn ich bedenke, dass ich Jonathan Franzen, Daniel Kehlmann und andere Größen für drei oder vier Euro im Leipziger Haus des Buches lesen hören konnte. 

Neulich Abend waren wir also bei Katja Petrowskaja. Sie las in der Buchhandlung "Hugendubel" am Anger in der Erfurter Innenstadt aus Vielleicht Esther, das im Frühjahr diesen Jahres bei Suhrkamp erschienen ist. Den Altersschnitt unter den Zuschauern würde ich auf Mitte Fünfzig schätzen. Definitiv waren wir die einzigen zahlenden Gäste unter Dreißig. Es war erfreulicherweise ausverkauft. In der Buchhandlung war es zugig und ungemütlich, aber die Autorin machte mit ihrer charmanten, witzigen Art alles wieder wett - obwohl sie selbst sehr stark erkältet war.

Zum Text möchte ich gar nicht viel sagen. Die Lesung aber war großartig, das Buch kennt die Dramen des 20. Jahrhunderts ebenso wie unwiderstehliche Komik. Es lohnt sich wirklich. Etwas gestört hat mich der Moderator, der teilweise sehr platte Fragen gestellt hat ("Ein deutscher Autor hätte das so sicher nicht schreiben können, oder?") und dem man zwar seine Kompetenz in Sachen Geschichte und Politik, aber nicht zwingend in Sachen Literatur anmerken konnte.

Mittwoch, Oktober 15, 2014

Und nun ist er weg

Einer meiner meistbesuchten Blogbeiträge ist jener über die traurige Geschichte vom Verschwinden des Aralsees. Wer möchte, kann das hier noch einmal nachlesen. 

Die Kurzfassung: Der See ist verlandet, denn seine zwei Zuflüsse, der Amudarja und der Syrdarja, erreichen ihn nicht mehr. Auf ihrem Weg durch Usbekistan, Kasachstan, etc. werden soviele Kanäle von den beiden Flüssen abgezweigt, um Felder zu bewässern, dass der Syrdarja den Aralsee nur noch als Rinnsal erreicht und der Amudarja in der Wüste einfach endet, noch bevor er sein ursprüngliches Delta erreicht hat. Deswegen nimmt der Wasserspiegel des Aralsees seit Jahrzehnten kontinuierlich ab, seine Fläche wird immer kleiner.

Und nun ist es soweit - der See ist quasi weg. Und es hat gerade einmal 54 Jahre gedauert. Diese Aufnahme stammt von August 2014, ist also ganz aktuell. Sie wurde von einem US-Erdbeobachtungssatelliten gemacht.

(Quelle)

Entsprechend gestaltet sich die Top 5 der Suchbegriffe, die zu diesem Blog führten, in dieser Woche wie folgt:
  1. Aralsee
  2. hippe Getränke (der Dauerbrenner schlechthin)
  3. Kafkas Geburtshaus Prag
  4. Sarah Wiener nervt
  5. Weinschorle

Mittwoch, Oktober 01, 2014

Was man in Erfurt so machen kann: auf's Oktoberfest gehen

Letzte Woche war ich ja bereits auf dem Münchner Oktoberfest, wie ihr hier noch einmal nachsehen könnt. In Sachsen ist das nicht üblich, aber in Thüringen hat jedes Nest ein eigenes Oktoberfest. Unglaublich viele Menschen hier besitzen Dirndl und Lederhose. Ich hielt das bisher für eine südbayerische Angelegenheit. 

Für zwei Wochen ist nun auch der Erfurter Domplatz zugestellt mit Fahrgeschäften, Fressbuden, Schießständen und Hau-den-Lukas-Spielen. Und selbstverständlich gibt es ein großes Zelt und ein Riesenrad. Gestern Abend, nachdem wir das grauselig-langweilige Champions League-Spiel zwischen ZSKA Moskau und Bayern München in einer sympathischen Kneipe namens Miss Marple's geguckt haben, besuchten wir auch einmal das Erfurter Oktoberfest. 



Und es war ein äußerst lustiger Abend! Nach dem Riesenrad wurden wir mutiger und es ging auf den allseits beliebten Breakdancer. Mit der Kulisse von Dom und St. Severi bei Nacht war das schon sehr angenehm. Auch eine Stippvisite im Festzelt musste sein. Für einen Dienstagabend tobte dort regelrecht die Stimmung. Es gab eine Band, betrunkende und tanzende Asiaten und das Märzen von Braugold vom Fass.




Montag, September 22, 2014

Was man in Erfurt so machen kann: Stummfilm mit Orchester im alten Heizwerk gucken

Es klang eigentlich toll - das Orchester Franz'L aus Weimar tritt im Kesselhaus des alten Erfurter Heizwerkes auf, also in einer tollen industriellen Kulisse, und untermalt dort Fritz Langs filmisches Stummfilmmeisterwerk "Metropolis".

Leider war die Veranstaltung ein wenig enttäuschend. Film toll, Orchester richtig toll, Sound großartig, ausverkauftes Haus - da gab es an sich nichts zu mäkeln. Aber es fiel mir schwer, den Abend zu genießen. In der Halle war es bitterkalt und die Zuschauer saßen auf harten Klappstühlen mit vollkommen abgewetzten Polstern. Dazu wollten die schicken, mit weißem Tuch bespannten Stehtische im Foyer und im Hinterhof gar nicht so recht passen.

Das Heizwerk allerdings ist eine tolle Location. Ich hoffe, dass da immer mal ein paar schöne, ebenso passende Dinge stattfinden (und dann weiß ich auch, dass ich eine Kuscheldecke mitnehmen muss): Ein toller, hoher Industriesaal ohne Schnickschnack, der mit rotem und blauem Licht schön ausgeleuchtet war.

Quelle: Thüringer Allgemeine online

Dienstag, September 16, 2014

Die Top 5 Suchbegriffe, ...

... die in den letzten 7 Tagen auf meinen Blog führten:
  1. alter hafen leipzig
  2. emma watson brust
  3. lipz schorle
  4. ordnerboxen
  5. Kurzdrama Heidenreich

Sonntag, September 14, 2014

Filmrückschau

Barton Fink (1991) ... Barton Fink ist vielleicht der skurrilste und verstörendste Film der Coen-Brüder. Der großartige John Turturro spielt einen erfolgreichen Bühnenautor in den 1940er Jahren, der sich nun in Hollywood an Drehbüchern versuchen will. Untergebracht wird er von dem Produzenten, für den er arbeitet, in einem merkwürdigen, tristen Hotel. Bald lernt er seinen jovialen, irgendwie grundsätzlich verdächtigen Zimmernachbarn Charlie Meadows (John Goodman) kennen und mögen. Eine Schreibblockade sowie die Hitze plagen ihn. Bei einem Treffen mit dem ehemaligen Erfolgsautor Bill Meyhew, den er wegen seiner Schreibblockade konsultiert, lernt er dessen Assistentin und Geliebte Audrey kennen, der auch er bald näher kommt. Als er bald darauf morgens neben ihrer Leiche aufwacht, beginnt ein Psychospiel, das der Zuschauer nur allmählich durchschaut. 

Quelle


Quelle
Die unglaubliche Reise in einem total verrückten Flugzeug (1980)... Ich hab selten so einen irren Film gesehen. Eine aberwitzige Idee jagt hier die nächste, ein Slapstickfestival vor dem Herrn. Für einen albernen oder gern auch verkaterten Nachmittag haargenau das richtige! Der Film parodiert eine Vielzahl von Flugzeug- bzw. Katastrophenfilmen, wie es sie in den 1970ern oft in den Kinos zu sehen gab und gilt als Durchbruch von Leslie Nielsen.

Donnerstag, September 11, 2014

Was man in Erfurt so machen kann - Tages- und Wochenendausflüge in umliegende Orte

Erfurt liegt in Thüringen sehr zentral. Viele sehenswerte Orte liegen nur maximal eine halbe Stunde mit dem Regionalzug entfernt. 



In Weimar ist man ratzfatz innerhalb von 15 bis 20 Minuten Zugfahrt gen Osten. Dass ich Weimar-Fan bin, sollte bekannt sein. Goethehaus, Schillerhaus, Bauhaus Museum, Nietzsche-Archiv, Deutsches Nationaltheater, Residenzschloss, Schloss Belvedere - das sind nur ein paar der unglaublich vielen interessanten Orte, die diese nicht allzu große Stadt zu bieten hat. Ein stadtgewordenes Museum, eine museale Stadt. Bei Weimar liegt auch der Ettersberg, auf welchem sich von 1936 bis 1945 das Arbeits- und Konzentrationslager Buchenwald befand, das man heute noch teilweise besichtigen kann - sehr verstörend. 

Deutsches Nationaltheater


Jena ist von Erfurt aus gesehen hinter Weimar, bis dahin dauert es rund eine halbe Stunde. Die Stadt ist nicht übermäßig schön und hat ein merkwürdiges Stadtbild ... so richtig unschön ist es aber auch nicht, und es hat viel zu bieten:der Kunstinteressierte wird in den städt. Kunstsammlungen fündig, Freunde der Literatur um 1800 sind in Schillers Gartenhaus und im Romantikerhaus richtig. Wer hoch hinaus will, der sollte ins Zeiss-Planetarium gehen. Wenn es wissenschaftlicher zugehen soll, dann ist ein Besuch im Phyletischen Museum, im botanischen Garten oder im Optischen Museum empfehlenswert. Geschichtsinteressierte können sich im Museum 1806 über die Schlacht bei Jena und Auerstedt informieren.

Altes Rathaus am Jenaer Markt


Fährt man von Erfurt aus in Richtung Westen, ist man innerhalb einer Viertelstunde in der alten Residenzstadt Gotha. Neben der schönen historischen Altstadt ist hier vor allem Schloss Friedenstein sehenswert. In der frühbarocken Anlage residierten die Fürsten von Sachsen-Gotha, und freuten sich über den ältesten englischen Garten auf dem europäischen Festland.

 Schloss Friedenstein in Gotha (Quelle)

In einer halben Stunde (allerdings nur, wenn man in ein ICE-Ticket investiert) ist man auch in Eisenach. Diese Stadt ist bekanntermaßen eine Lutherhochburg, und die Wartburg lohnt sich wirklich! Außerdem ist Eisenach auch Bach-Stadt - Johann Sebastian Bach ist hier im Jahre 1685 geboren. In und um Eisenach gibt es verschiedene Schloss- und Burganlagen; außerdem findet hier jährlich der "Sommergewinn", Deutschlands größtes Frühlingsfest statt.

Auf der Wartburg

Sonntag, September 07, 2014

Was man in Erfurt so machen kann - Ausflug zu den Drei Gleichen

Die Drei Gleichen sind ein Burgenensemble westlich von Erfurt. Fährt man auf der A4 Richtung Frankfurt/Main, kann man sie links und rechts der Autobahn bewundern. Noch mehr hat man aber von ihnen, wenn man sie zu Fuß erobert.

Burg Gleichen

Als Startpunkt bietet sich die Ruine der Burg Gleichen an, nördlich der Autobahn. Die Festungsmauer steht noch komplett, auch der Burgfried ist noch vorhanden (oben gibt es eine Aussichtsplattform, von der man die anderen beiden Burgen sehen kann). Die ehemaligen Räumlichkeiten sind durch die Mauerreste noch gut nachzuvollziehen.

Burg Gleichen, von der Mühlburg aus


Die Ruine der Mühlburg erreicht man über einen steilen, kurzen Anstieg von der Ortschaft Mühlberg aus. Sie gilt als ältestes erhaltenes Bauwerk Thüringens. Über eine Holztreppe überquert man den Graben und tritt in die Burgmauern ein. Auch diesen Burgturm kann man besteigen und die Aussicht Richtung Erfurt, oder Thüringer Wald genießen und die anderen beiden Burgen sichten. In dem noch erhaltenen Gebäudeteil sind ein kleines, nicht sonderlich lohnendes Museum und ein Imbiss untergebracht. Auf dem Burghof finden in der warmen Jahreszeit Veranstaltungen statt, z. B. Sommerkino. Es sind auch gebuchte Führungen möglich. Die zahlreichen Infotafeln sind allerdings auch vollkommen ausreichend.

Ruine der Mühlburg

Den Panoramaweg geht es weiter zur Veste Wachsenburg. Diese Burg ist vollkommen erhalten und saniert. Hier befinden sich heute ein Restaurant der schickeren und teureren Sorte und ein Hotel. Der Turm ist erklimmbar (leider kann man durch die kleinen Fensterchen nicht gut gucken), auch das Brunnenhaus ist frei zugänglich. Leider ist das ehem. Museum nicht mehr öffentlich zugänglich. Die Burg ist heute komplett in privatem Besitz. Für Hochzeiten ist dies ein beliebter Ort.

Veste Wachsenburg


Die Wanderwege sind teils sehr gut, teils führen sie holprig über freies Feld, was ich persönlich nicht mag. Am schönsten ist der Panoramaweg von der Mühlburg zur Wachsenburg, der größtenteils auf einem Höhenzug durch den Wald führt. Es kostet zwischen 1,50 Euro und 3 Euro Eintritt (Erwachsene), die Burgen zu betreten. Vor allem bei der Wachsenburg ist das happig, da man abseits von Turm und Brunnenhaus nichts besichtigen kann, stattdessen erwartet den Wanderer das Restaurant, dessen Preise mehr als gepfeffert sind.

Burghof Wachsenburg


Donnerstag, September 04, 2014

Filmrückschau

The Royal Tenenbaums (2001) ... Nach den aktuellsten Wes Anderson-Krachern (Moonrise Kingdom und Grand Budapest Hotel) war es auch mal Zeit, eines seiner früheren Werke zu inspizieren. The Royal Tenenbaums ist Andersons dritter abendfüllender Spielfilm (vorher kamen Rushmore, 1998, und Durchgeknallt, 1996 - bei beiden war Anderson noch keine 30 Jahre alt) und hat den Grundstein für den Ruhm gelegt, der mit Darjeeling Limited (2007) und den oben genannten aktuelleren Filmen massiv ausgebaut werden sollte. 
Hinsichtlich Setting und Personal bringt der Film alles für einen typisch-schrulligen Anderson mit, leider fand ich ihn aber im Großen und Ganzen etwas langatmig und ... irgendwie lahm, so banal es auch klingt. Der Film kommt nicht in Fahrt, das Schauspiel von Ben Stiller und den Wilson-Brüdern ist gewohnt limitiert. Anderson hatte eben vor 13 Jahren ein paar der Kniffe, die er heute so wunderbar beherrscht, noch nicht drauf. Und dass man eine derartige Entwicklung sehen kann, spricht letzten Endes für den Regisseur.

Quelle


Absolute Giganten (1998) ... Lange musste K. unseren Freundeskreis bearbeiten, bis wir uns endlich einmal Absolute Giganten ansahen. Und wie so oft wusste ich nachher partout nicht mehr, warum ich mich so gesträubt hatte.
Es geht um drei Kumpels (Floyd, Ricco und Walter), die vor einem großen Umbruch stehen: Floyd hat gerade eine Bewährungsstrafe verbüßt und will in die große weite Welt aufbrechen, indem er auf einem Containerschiff anheuert. Die drei feiern eine letzte gemeinsame Nacht zusammen und erleben dabei Skurriles, Schönes, Bedrohliches. Urkomisch, Wahrhaftig und anrührend.

Quelle